Das Deutschlandticket kostet im Advent keinen Cent mehr als sonst, und genau das macht Weihnachtsmärkte zum idealen Bahn-Ausflug. Glühwein und Auto vertragen sich ohnehin nicht, und am Bahnhof angekommen stehst du oft direkt mitten im Trubel statt am Stadtrand auf der Parkplatzsuche.
Viele der schönsten Märkte liegen in Altstädten, die fußläufig vom Hauptbahnhof entfernt sind. Du steigst aus, läufst ein paar Minuten und riechst schon gebrannte Mandeln. Wer mehrere Märkte an einem Tag verbinden will, plant die Verbindungen am besten morgens, wenn die Regionalzüge noch leer sind und du in Ruhe einen Sitzplatz findest.
Warum die Bahn im Advent klar im Vorteil ist
An Adventswochenenden sind Innenstädte verstopft. Parkhäuser melden früh „belegt", und wer doch einen Platz findet, zahlt nicht selten zweistellig pro Tag. Mit dem Deutschlandticket entfällt diese Rechnung komplett, weil die Fahrt bereits im Abo enthalten ist. Du sparst dir das Kreisen auf der Parkplatzsuche, das im Advent erfahrungsgemäß besonders nervt.

Dazu kommt der Glühwein-Faktor. Wer trinkt, fährt nicht. Auf der Bahn musst du dir darüber keine Gedanken machen, und das gilt für die ganze Gruppe. Auch der Rückweg im Dunkeln ist entspannter, weil du nicht müde durch winterliche Straßen lenken musst, sondern dich in den warmen Zug setzen kannst.
Ein dritter Punkt ist die Flexibilität. Du bist nicht an einen Markt gebunden. Reizt dich der eine nicht, steigst du in den nächsten Zug und probierst das Nachbarstädtchen. Diese Spontaneität ist mit dem Auto kaum zu haben, weil dein Fahrzeug immer dort steht, wo du es abgestellt hast.
Nicht zuletzt fällt der Stress des Abends weg. Wenn die Lichter angehen und der Markt am schönsten ist, kannst du bleiben, ohne an die lange Heimfahrt zu denken. Du steigst in den Zug, lehnst dich zurück und bist warm und entspannt zu Hause, statt dich durch dunkle Landstraßen zu kämpfen.

Große Märkte direkt am Bahnhof
Etliche bekannte Weihnachtsmärkte liegen so zentral, dass der Weg vom Gleis kurz ausfällt. Nürnberg, Dresden, Erfurt oder Köln haben ihre traditionsreichen Märkte in der Altstadt, und die Hauptbahnhöfe liegen meist nur einen überschaubaren Fußweg entfernt. Verlasse dich aber nicht blind auf eine bestimmte Gehzeit, sondern prüfe die Lage vorab in einer Karte, damit du im Regen nicht unnötig herumirrst.
Für die Anreise lohnt sich ein Blick auf die Taktung der Regionalzüge. Auf Hauptstrecken fahren sie oft im Stunden- oder Halbstundentakt, auf Nebenstrecken seltener. Plane deshalb eine Pufferzeit ein, falls ein Anschluss knapp wird. Gerade an Adventssamstagen kann ein verpasster Anschluss bedeuten, dass du eine Weile am kalten Bahnsteig wartest.
Die großen Märkte haben den Vorteil eines dichten Programms: Bühnen, Kunsthandwerk, regionale Spezialitäten und oft eine historische Kulisse. Der Nachteil ist der Andrang. Wer es ruhiger mag, kombiniert einen großen Markt mit einem kleineren oder kommt früh am Tag, bevor die Wochenend-Massen eintreffen.
Kleine Märkte abseits der Massen
Die großen Namen sind voll, und genau das schreckt manche ab. Kleinere Städte und Schlossmärkte sind oft stimmungsvoller, weil weniger Andrang herrscht und die Stände handgemachter wirken. Viele dieser Orte sind ebenfalls per Regionalbahn erreichbar, auch wenn der Takt dünner ist und du genauer auf die Rückfahrt achten musst.
Ein typischer Tagesplan sieht so aus: vormittags zum kleinen Markt fahren, dort in Ruhe bummeln, mittags eine Bratwurst, dann am Nachmittag in eine größere Stadt für die beleuchtete Abendstimmung. So kombinierst du Ruhe und Glanz an einem einzigen Tag, ohne dich für eine Variante entscheiden zu müssen.
Bei kleinen Märkten lohnt der Blick auf die Tage. Manche öffnen nur am Wochenende oder an wenigen Adventstagen. Diese Information findest du verlässlich nur auf der Website des Veranstalters, nicht in Reiseportalen, die oft veraltete Angaben führen.
Kleine Märkte haben oft einen besonderen Charme, weil sie von ehrenamtlichen Vereinen oder lokalen Händlern getragen werden. Statt industrieller Massenware findest du dort eher handgemachte Kerzen, regionalen Honig oder selbstgebrannten Schnaps. Wer Geschenke sucht, wird hier eher fündig als auf den großen, durchkommerzialisierten Plätzen.
Was du im Winter einpacken solltest
Auf dem Bahnsteig kann es im Dezember ziehen, und Wartezeiten fühlen sich kalt an. Warme Schichten, wasserfeste Schuhe und ein kleiner Rucksack für Einkäufe machen den Tag angenehmer. Bargeld schadet nicht, weil nicht jeder Stand Karte akzeptiert und das Netz auf vollen Märkten manchmal überlastet ist.

Ein Thermobecher spart Pfand und Plastikbecher. Viele Märkte verlangen Pfand auf Glühweintassen, und manche verkaufen sie als Sammlerstück. Wer das nicht will, fragt nach Rückgabe oder bringt den eigenen Becher mit, falls der Stand das erlaubt.
- Warme Kleidung im Zwiebellook, denn auf dem Bahnsteig ist es kälter als gedacht.
- Etwas Bargeld für Stände ohne Kartenzahlung.
- Eine geladene Powerbank fürs Smartphone, weil Kälte den Akku schneller leert.
- Den Rückfahrplan vorab gespeichert, falls vor Ort kein Netz ist.
- Wasserfeste Schuhe, weil Marktplätze nach Schnee oder Regen schnell matschig werden.
Verspätung und Anschluss im Advent
An Wochenenden im Dezember sind Regionalzüge voll, und Verspätungen häufen sich. Wer mehrere Umstiege hat, sollte großzügig planen. Ein verpasster Anschluss am späten Abend kann bedeuten, dass du eine Stunde frierend wartest, weil der nächste Zug erst spät folgt.
Falls dein Zug deutlich zu spät kommt, lohnt sich ein Blick auf deine Fahrgastrechte. Die Details dazu findest du im Beitrag zur Verspätung und deinen Rechten. Plane den Rückweg lieber etwas früher, damit du nicht den letzten Zug riskierst und am Ende doch noch ein teures Taxi brauchst.
Adventsausflug mit Kindern oder in der Gruppe
Mit Kindern wird der Markt zum Erlebnis, wenn Karussell, Lichterglanz und süße Stände auf dem Plan stehen. Plane kürzere Anreisen, damit die Geduld der Kleinen reicht, und halte warme Getränke und Snacks für die Bahnfahrt bereit. Ein fester Treffpunkt am Bahnhof hilft, falls sich die Gruppe im Trubel verliert.
Reist ihr zu mehreren, lohnt der Blick auf die Ticketfrage. Mit dem Gruppen-Rechner prüfst du, ob sich für euch einzelne Deutschlandtickets oder eine andere Variante mehr lohnt. Wer kein Abo hat, vergleicht die Optionen vorher, statt am Automaten zu rätseln. Wer den Markt mit etwas Bewegung verbinden will, findet in den Städteausflügen mit der Bahn Ideen für einen vollen Tag.
So planst du den perfekten Adventstag
Starte mit der Frage, wie weit du fahren willst. Eine Stunde Anreise ist entspannt, drei Stunden fressen den halben Tag. Wähle ein Ziel, das du mittags erreichst, damit du die Abenddämmerung mit beleuchteten Ständen erlebst, dem schönsten Moment auf jedem Markt.
Lege die Rückfahrt fest, bevor du losfährst, und notiere eine Alternativverbindung eine Stunde später. Such dir das Ziel, prüfe die Verbindung auf bahn.de und die Markt-Termine auf der Stadt-Website, dann steht dem Glühwein nichts im Weg.
Halte deinen Tag bewusst locker. Wer zu viele Märkte in zu wenig Stunden quetscht, hetzt von Zug zu Zug und genießt am Ende nichts richtig. Zwei gut gewählte Ziele reichen für einen vollen Adventstag, dazwischen bleibt Zeit für eine Bratwurst, einen Bummel und vielleicht einen kleinen Einkauf am Kunsthandwerkerstand.
Wer früh dran ist, hat einen weiteren Vorteil: Die Vormittage auf großen Märkten sind oft erstaunlich ruhig, weil die Tagesgäste erst gegen Mittag eintreffen. Du kommst leichter an die Stände, bekommst schneller einen Glühwein und kannst in Ruhe schauen. Erst am Nachmittag füllt sich der Platz, dann lohnt der Wechsel zur Abendstimmung in einer anderen Stadt.
Notiere dir vor der Fahrt den Standort des Marktes und den Weg vom Bahnhof. Bei Schnee oder Regen willst du nicht erst lange suchen, sondern direkt loslaufen. Ein Screenshot der Karte hilft, falls vor Ort das Mobilfunknetz unter dem Andrang zusammenbricht.
Essen und Trinken auf dem Adventsmarkt
Der kulinarische Teil gehört für viele zum Highlight. Glühwein, Punsch, gebrannte Mandeln, Reibekuchen und regionale Spezialitäten wechseln von Markt zu Markt. Wer alkoholfrei unterwegs ist, findet fast überall Kinderpunsch oder heißen Apfelsaft, sodass auch die jüngeren Mitreisenden etwas Warmes in der Hand halten.
Plane ein, dass die Preise an touristischen Ständen höher liegen können als gewohnt. Genaue Beträge variieren je nach Markt und Stand, deshalb lohnt sich etwas Bargeld als Reserve. Wer eine warme Mahlzeit sucht, findet sie oft günstiger in einem Lokal abseits des Marktes, ein paar Straßen weiter Richtung Bahnhof.
Achte auf die Pfandregeln. Viele Glühweintassen kosten Pfand, das du bei Rückgabe zurückbekommst. Wer eine Tasse als Andenken behalten will, sollte das Pfand entsprechend einkalkulieren und nicht auf eine Rückzahlung hoffen.



